
„Wer Menschen für gesellschaftliches Engagement gewinnt, investiert in die Zukunft Sachsen-Anhalts. Freiwilligkeit, gute Begleitung und verlässliche Strukturen sind die Grundlage dafür, dass dieses Engagement gelingt", erklärt Katja Fischer, Landesgeschäftsführerin des DRK Sachsen-Anhalt und Vorstandsvorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen-Anhalt.
Die aktuelle Debatte über eine mögliche Wiedereinführung des Wehrdienstes bzw. des Zivildienstes macht deutlich, welchen Stellenwert freiwilliges Engagement für das soziale Miteinander hat. Für die Wohlfahrtsverbände der LIGA steht fest: Wer über neue Dienstmodelle diskutiert, muss zugleich die bestehenden Freiwilligendienste nachhaltig stärken.
Dazu Katja Fischer: „Die Diskussion zeigt, wie unverzichtbar junge Menschen in sozialen Einrichtungen sind. Gleichzeitig verfügen wir bereits heute mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr und dem Bundesfreiwilligendienst über bewährte Angebote, die weiter ausgebaut werden müssen".
Ausgangspunkt der Diskussion sind Überlegungen des Bundesfamilienministeriums, das gemeinsam mit Trägern und Verbänden Möglichkeiten eines Wehrersatzdienstes geprüft hat. Dabei wurde unter anderem abgefragt, ob frühere Zivildienststrukturen grundsätzlich wieder genutzt werden könnten.
Die LIGA setzt sich dafür ein, Freiwilligendienste als freiwillige zivile Alternative im Rahmen der gesellschaftlichen Dienstdebatte sichtbar zu machen und dauerhaft zu stärken. Dafür braucht es verlässliche Finanzierung, gute Rahmenbedingungen und eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung. Bestehende Strukturen und die Expertise der Träger bieten bereits heute eine tragfähige Grundlage, um mehr jungen Menschen ein Engagement für das Gemeinwohl zu ermöglichen.
Die Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder der Bundesfreiwilligendienst in Sachsen-Anhalt basieren auf bewährten Strukturen und werden maßgeblich von zivilgesellschaftlichen Trägern getragen. Diese übernehmen nicht nur die Organisation der Einsätze, sondern sichern durch ihre pädagogische Begleitung und Bildungsarbeit die Qualität der Dienste. Das bewährte Trägerprinzip - also die Verantwortung qualifizierter gemeinnütziger Träger für Durchführung, Begleitung und Bildung - muss aus Sicht der LIGA Verbände unbedingt erhalten und weiterentwickelt werden.

Das Thema Freiwilligendienste - das ist, um es mit Fontane zu sagen, „ein weites Feld“. Im Podcast nimmt sich Moderator Frieder Weigmann ausführlich Zeit und spricht mit seinen Gästen über alles, was damit zusammenhängt. Hier der Podcast zum Hören - und vieles mehr zum Lesen:
www.menschlichkeitwaehlen.de
Hintergrund
Zur LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen-Anhalt gehören sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt:
Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen-Anhalt - www.awo-sachsenanhalt.de
Caritasverband für das Bistum Magdeburg - www.caritas-bistum-magdeburg.de
Der Paritätische Sachsen-Anhalt - www.paritaet-lsa.de
Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Sachsen-Anhalt - www.sachsen-anhalt.drk.de
Diakonie Mitteldeutschland - www.diakonie-mitteldeutschland.de
Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt - www.lv-sachsen-anhalt.de
Gemeinsam vertreten diese Verbände mehrere tausend soziale Einrichtungen und Dienste im Land - von Pflegeheimen, Beratungsstellen und Krankenhäusern über Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zu Angeboten für Menschen mit Behinderungen, Migrantinnen und Migranten sowie ehrenamtlichem Engagement. Nach Angaben der LIGA engagieren sich unter ihrem Dach rund 30.000 Ehrenamtliche und mehr als 65.000 hauptamtliche Mitarbeitende in über 3.600 Einrichtungen und Diensten in Sachsen-Anhalt.