
„Es braucht jemand, der die jungen Menschen begleitet - von daher sehe ich meine Arbeit als selbstverständlich an" - so bringt Sebastian Rother seine Tätigkeit auf den Punkt. Der im Übrigen ein reicher Erfahrungsschatz zugrunde liegt, gewachsen in den letzten Jahren: „Die jungen Menschen, mehr Jungs als Mädchen und oft zwischen 14 und 18 Jahre alt, kommen vor allem aus Syrien, Afghanistan, Türkei und der Ukraine zu uns. Viele von ihnen haben Schlimmes erlebt. Angehörige wurden ermordet, sie haben Bedrohungen und Gewalt erlebt, manchmal auch Inhaftierungen."
Ihnen steht Sebastian Rother mit seinem Team zur Seite: „Gemeinsam arbeiten wir das Erlebte und die Erinnerungen auf. Und immer wieder staunen wir, wie viel Willen in den Jugendlichen steckt, neu anzufangen." Ebenso stellen sie fest: „Armut ist nur selten der erste Fluchtimpuls, anderes wiegt schwerer."
„Die Führung von Pflegschaften und Vormundschaften von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen" - das lässt sich, darauf weist Sebastian Rother an vielen Stellen im Land Sachsen-Anhalt hin, mit einem ehrenamtlichen Engagement verbinden. Deshalb: „Wer Interesse an dieser Aufgabe hat, kann sich jederzeit bei uns melden. Und sich darauf verlassen, dass wir schulen und begleiten, dass keiner mit seinen Fragen in puncto Pfleg- oder Vormundschaft alleine bleibt." Das gelingt nicht zuletzt auch deshalb, weil zu den bewährten Partnern der Fach- und Servicestelle die Jugendämter in Sachsen-Anhalt gehören - „unsere Zusammenarbeit ist erprobt, bewährt sich immer wieder und geschieht voller Vertrauen."
Schließlich noch die Frage an Frage an Sebastian Rother nach seinen Wünschen für ein weltoffenes Sachsen-Anhalt? Seine Antwort: „Mir geht es vor allem um ein Land, das den Menschen sieht und wir diesen Menschen bei seinem Weg in die Selbständigkeit begleiten dürfen, mit all der Unterstützung, die für ihn wichtig ist."

Alles über die „Fach- und Servicestelle für die Führung von Pflegschaften und Vormundschaften von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt“ hier: https://www.caritas-bistum-magdeburg.de/hilfe-beratung/migration-integration/vormundschaft-pflegschaft
Zu den „Standbeinen" der Pflegschaftsarbeit gehört ebenso das Engagement von refugium - der Verein unterstützt das Führen von Vereinsvormundschaften in Sachsen-Anhalt und weiß: „Minderjährige Geflüchtete, die ohne ihre Eltern in einem fremden Land ankommen und eine neue Lebensperspektive finden müssen, benötigen fachkompetente, sozialpädagogische und psychosoziale Unterstützung und Fürsorge."
Alles rund um die LIGA-Aktionswochen im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6.9.2026 hier: www.menschlichkeitwaehlen.de
Hintergrund
Zur LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen-Anhalt gehören sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt:
- Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen-Anhalt - www.awo-sachsenanhalt.de
- Caritasverband für das Bistum Magdeburg - www.caritas-bistum-magdeburg.de
- Der Paritätische Sachsen-Anhalt - www.paritaet-lsa.de
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Sachsen-Anhalt - www.sachsen-anhalt.drk.de
- Diakonie Mitteldeutschland - www.diakonie-mitteldeutschland.de
- Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt - www.lv-sachsen-anhalt.de
Gemeinsam vertreten diese Verbände mehrere tausend soziale Einrichtungen und Dienste im Land - von Pflegeheimen, Beratungsstellen und Krankenhäusern über Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen bis hin zu Angeboten für Menschen mit Behinderungen, Migrantinnen und Migranten sowie ehrenamtlichem Engagement. Nach Angaben der LIGA engagieren sich unter ihrem Dach rund 30.000 Ehrenamtliche und mehr als 65.000 hauptamtliche Mitarbeitende in über 3.600 Einrichtungen und Diensten in Sachsen-Anhalt.