Bischof em. Leo Nowak war von 1994 bis 2004 Bischof des Bistums Magdeburg. Nun ist er im Alter von 97 Jahren gestorben - erst vor wenigen Wochen, am 17. März 2026, konnte er bei einem Gottesdienst seinen Geburtstag feiern und rief in seiner Predigt zu Vertrauen, Eigenverantwortung und gelebter Hoffnung auf: "Du kannst nicht alles, aber du kannst nicht nichts."
Sein Nachfolger, Bischof Dr. Gerhard Feige, schreibt zum Tode von Bischof em. Leo Nowak: "Bischof Leo hat die ureigene Aufgabe der Kirche - Seelsorge, Gottvertrauen und Menschenfreundlichkeit - aus tiefstem Herzen authentisch gelebt. Er hatte immer ein offenes Ohr und interessierte sich für jede und jeden einzelnen Menschen, egal, ob Christ oder nicht. Wir werden ihn sehr vermissen."

Am Tage seines Todes blättern wir in dem Büchlein "Un-ausrottbar. Das Prinzip Hoffnung für Christen & Nichtchristen", das Bischof Leo Nowak 2019 veröffentlicht hat. Wir finden Selbstauskünfte und Wegzehrungen, seine Antworten auf die Frage "Warum ich (noch) Christ bin?" und können von seinen "Hoffnungsmelodien" lesen. Bischof Leo Nowak zitiert u. a. Ernst Bloch und Albert Einstein, Erasmus von Rotterdam und Rosa Luxemburg, Blaise Pascal und Erich Fried - und immer wieder die Bibel. Er erinnert sich, beim Rückblick auf die 1990er Jahre an "die Errichtung von Sozialstationen der Caritas als das Gebot der Stunde." Schließlich, das Buch neigt sich dem Ende zu, kommt Heinrich Böll hinzu, der "nie aufgehört hat, sich zur Gruppe der Christen zu zählen" (Klaus Jeziorkowski) und der zwei Jahre vor seinem Tod als einer seiner "Gründe, an Gott zu glauben", dem Gesprächspartner Karl-Josef Kuschel diese Überschrift schenkte: "Weil wir uns auf dieser Erde nicht ganz zu Hause fühlen."